Unterstützung aus Wissenschaft und Politik

apl. Prof. Dr. Niko PaechAußerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt (PUM) an der Universität Oldenburg:

„Die Kohlegewinnung durch Tagebau zählt zu den schwersten Umweltkatastrophen, die sich erstens als Folge vorsätzlichen Handelns, zweitens direkt vor unserer Haustür und drittens ganz legal ereignen. Neben der damit einhergehenden ökologischen Schadensmaximierung offenbart sich zugleich ein ökonomischer Amoklauf: Dies sind die letzten verzweifelten Zuckungen eines Industriemodells, das so oder so nicht zu retten sein wird. Nichts ist dringender, als diesen Gipfel an Verantwortungslosigkeit zu beenden, und zwar sofort. Der bekannte Ausspruch „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ war selten so zutreffend wir hier, wo es darum geht im Rheinischen Revier phantasievollen und friedlichen Widerstand gegen weitere Zerstörung zu üben. RWE muss endlich daran gehindert werden, das Weltklima und unseren Lebensraum noch weiter zu zerstören.“

Bill McKibben, Umweltaktivist und Autor, Gründer von 350.org:

„It’s been a great boost to the global environmental movement to watch Germans taking on coal in a serious, focused way–their civil disobedience is making it entirely clear that RWE are the real criminals.“

Simone Peter, Bundesvorsitzende B’90/DIE GRÜNEN:

„Es macht Mut, dass immer mehr junge Menschen gegen die Belastung ihrer Zukunft durch Braunkohle demonstrieren. Dieser friedliche Protest darf nicht durch rechtliche Schikanen der Kohlewirtschaft unterdrückt werden. Eigentlich sollten RWE & Co. den Protestierenden für einen Weckruf dankbar sein. Denn wer die Energiewende verschläft und sich an die Braunkohle klammert, wird auch wirtschaftlich keine Zukunft haben.“

Katja KippingBundesvorsitzende der Partei DIE LINKE:

„Eine sozial-ökologische Energiewende, die dezentral Wind- und Sonnenenergie nutzt, kann nur gegen die Energiekonzerne durchgesetzt werden. Wir fordern ein Kohleausstiegsgesetz und wir wollen die Rolle kommunaler Stadtwerke stärken. Dafür kämpfen wir im Parlament und auf der Straße – notfalls auch auf der Schiene.“

Prof. Dr. Ulrich BrandProfessor für internationale Politik an der Universität Wien:

„Die Klimakonferenz in Warschau und der Weltklimarat haben kürzlich erneut verdeutlicht, dass wir dringend von den fossilen Energieträgern wegkommen müssen. Doch leider ist diese Einsicht bei den Energieunternehmen noch nicht angekommen. Daher ist es gut und wichtig, dass Menschen sich gegen den weiteren oder sogar zunehmenden Abbau von Kohle auf vielfältige Art und Weise engagieren. Dies zu kriminalisieren ist politisch absurd und schädigt den Ruf von RWE erheblich.“

Nicola Bullard, Focus on the Global South:

„I extend my solidarity and support to the women and men who participated in the blockade of the RWE coal tracks in August this year.  As we face the growing impacts of climate change, it is imperative that we halt the expansion of coal mining and coal-fired power plants, and phase out coal use completely. Energy corporations have a vested interest in maintaining our dependence on fossil fuels: as they pursue their profits, people and the planet are the victims.“

Prof. Dr. Wolfgang Methlingehem. Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern (1998 bis 2006) & ehem. Sprecher der erfolgreichen Volksinitiative gegen ein Steinkohlekraftwerk in Lubmin:

„Ich unterstütze nachdrücklich die Protestaktionen von Klimaaktivistinnen gegen den Transport der Braunkohle von Hambach zu den RWE-Kraftwerken, um die klimaschädliche Verbrennung von Kohle zu verhindern. Nicht die Klimaschützer sollten ihren Protest unterlassen, sondern RWE sollte die weitere Verbrennung von Kohle unterlassen. RWE und andere Energiekonzerne sollten aus Klimaschutz- und Ressourcenschutzgründen beim schnellstmöglichen Übergang zur vollständigen Versorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien vorangehen und damit dazu beitragen, dass Deutschland seine Pflichten und Verpflichtungen zur Eindämmung des Klimawandels einhält.“

Theresa Kalmer, Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND:
„Als GRÜNE JUGEND unterstützen wir den Protest und Aktivismus im Rheinischen Braunkohlerevier. Unser Ziel 100 Prozent Erneuerbare zu erreichen, ist nur ohne Kohle möglich. Der Abbau und die Verbrennung von Braunkohle zerstört unsere Umwelt und unser Klima. Es ist das Recht von uns allen auf diese Zerstörung aufmerksam zu machen und uns dagegen zu wehren. Wenn RWE versucht diesen Protest auf perfide Art und Weise zu unterdrücken, müssen daraus auch politische Konsequenzen gezogen werden. Protest gegen Braunkohle muss nämlich erlaubt sein – auch dann wenn Konzerne dadurch Verlust machen.“

Prof. Dr. Elmar Altvateremeritierter Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freie Universität Berlin:

„Das Verlangen von RWE ist skandalös und lächerlich zugleich. Die Rechtsanwälte von RWE sollten doch von den Politikern, die sich zu Konferenzen treffen, um die CO2-Emissionen weltweit zu begrenzen und daher dabei sind, das Geschäftsmodell von RWE zu schädigen, eine „Unterlassungsverpflichtungserklärung“ verlangen. Doch das tun sie nicht, weil sie von der Erfolglosigkeit der Gipfeldiplomatie wissen, weil sich die Braunkohle-Giganten bislang allen Reduktionsverpflichtungen entziehen konnten. Der Protest von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ist daher eine Notwendigkeit, eine planetare Notwehraktion. Sie muss in eine Klimapolitik umgesetzt werden, die für eine wirksame Reduktion der Treibhausgasemissionen Verantwortung übernimmt. Es ist unvermeidlich, dass der Braunkohletagebau dann umwelt- und sozialverträglich eingestellt werden muss. Die Zukunft der nachfolgenden Generationen lässt keine andere Wahl.“

Eva Bulling-SchröterMdB, ehem. Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestages 2009-2013:

„Das Klima kann sich selbst nicht wehren, also müssen wir es selbst in die Hand nehmen! Es gibt genügend Argumente, um zu handeln!“

Prof. Dr. Klaus Dörre, Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Leiter der DFG-Kolleg-Forscherguppe Postwachstumsgesellschaften:

„Boden, Natur und Klima sind keine Waren wie jede andere. Die Verwandlung endlicher Naturressourcen in Waren stößt an physische Grenzen. Die Vorstellung einer reinen Marktwirtschaft ist utopisch. Ein sich selbst regulierender Marktkapitalismus vernichtet die menschliche und natürliche Substanz der Gesellschaft. Wenn die Politik nicht liefert ist es gut, wenn Menschen sich gegen die Zerstörung engagieren.“

Prof. Dr. Herbert Schui, ehem. MdB, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) in Hamburg:
„Der Übergang zu einer umweltorientierten Produktion erfordert, dass bestimmte Produkte nicht mehr hergestellt und bestimmte Produktionsverfahren nicht mehr angewendet werden. Dies wird weder von einer „grünen unsichtbaren Hand“ noch von der durch die Wirtschaftslobby durchsetzten Politik herbeigeführt. Deshalb verdienen die Klimaaktivist_innen unsere volle Unterstützung.“

 

Bereits in der Vergangenheit nahmen prominente Persönlichkeiten aus anderen Anlässen ähnliche Positionen ein, darunter:

Al Gore, Friedensnobelpreisträger 2007:

„Ich kann es nicht verstehen, warum es nicht Unmengen junger Menschen gibt, die Bulldozer blockieren und sie davon abhalten neue Kohlekraftwerke zu errichten.“

James Hansen, bis 2013 Direktor des Goddard Institute for Space Studies der NASA:

„Insbesondere junge Menschen sollten meines Erachtens all das tun, was notwendig ist, um die Errichtung von Kohlekraftwerken zu blockieren.“

[Mehr Informationen zu James Hansens Position siehe hier und hier.]